Giardien bei Katzen: Symptome erkennen, richtig behandeln und mit konsequenter Hygiene dauerhaft loswerden. Mit Dringlichkeits-Check und Hygiene-Plan.
Deine Katze hat wiederholt Durchfall und du weißt nicht, woran es liegt? Vielleicht stecken Giardien dahinter – winzige Parasiten, die sich im Darm einnisten und zu hartnäckigen Verdauungsproblemen führen. Giardien bei Katzen gehören zu den häufigsten parasitären Erkrankungen bei Katzen und werden besonders in Mehrkatzenhaushalten schnell zur echten Herausforderung.
Die gute Nachricht: Giardien sind behandelbar. Die weniger gute: Sie erfordern konsequente Hygiene und eine ordentliche Portion Geduld. In diesem Artikel erfährst du, wie du einen Giardienbefall erkennst, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie du mit dem richtigen Hygienemanagement dafür sorgst, dass die Parasiten dauerhaft verschwinden. Denn bei Giardien reicht die Gabe von Medikamenten allein nicht aus – auch die Umgebung muss mitbehandelt werden, um Rückfälle zu vermeiden.
Das Wichtigste in Kürze
- Giardien sind einzellige Darmparasiten, die besonders bei Kitten, immungeschwächten Katzen und in Mehrkatzenhaushalten häufig auftreten. Typische Symptome: wässriger, gelblicher Durchfall und Gewichtsverlust.
- Die Behandlung erfolgt über mehrere Tage mit speziellen Antiparasitika. Parallel dazu ist konsequente Hygiene unverzichtbar: Katzenklos müssen täglich komplett gereinigt, Liegeplätze heiß gewaschen und kontaminierte Oberflächen desinfiziert werden.
- Rückfälle sind zwar häufig, lassen sich aber durch langfristige Hygienemaßnahmen und regelmäßige Kontrollproben vermeiden. In Mehrkatzenhaushalten müssen alle Tiere gleichzeitig behandelt werden, um Ping-Pong-Infektionen zu verhindern.
Was sind Giardien bei Katzen?
Giardien sind mikroskopisch kleine Darmparasiten, die sich im Dünndarm festsetzen und dort vermehren. Sie bilden widerstandsfähige Zysten, die in der Umwelt monatelang überleben können.
Giardien (Giardia intestinalis bzw. Giardia duodenalis) sind mikroskopisch kleine, einzellige Parasiten, die im Dünndarm von Katzen leben. Sie gehören zur Gruppe der Protozoen – also einzelliger Lebewesen – und sind weltweit verbreitet. Mit speziellen Strukturen heften sie sich an die Darmwand und bedienen sich an Nährstoffen, die eigentlich für deine Katze bestimmt sind. Die Folge: Verdauungsprobleme. Besonders tückisch ist, dass Giardien widerstandsfähige Zysten bilden, die mit dem Kot ausgeschieden werden und in der Umwelt monatelang infektiös bleiben.
Definition Giardien
Giardien sind birnenförmige Einzeller, gerade einmal 10 bis 20 Mikrometer groß – mit bloßem Auge also nicht zu erkennen. Sie besitzen Geißeln zur Fortbewegung sowie eine typische „Saugscheibe”, mit der sie sich an der Darmschleimhaut festhalten. Im Gegensatz zu Bakterien oder Viren handelt es sich um eukaryotische Organismen, also Lebewesen mit echtem Zellkern. Giardien vermehren sich durch Zellteilung direkt im Darm – und das rasant: Innerhalb weniger Tage kann die Population stark anwachsen. Die Ansteckung erfolgt fäkal-oral, also durch die Aufnahme infektiöser Zysten aus der Umwelt.

Stadien der Giardien
Giardien durchlaufen zwei Entwicklungsstadien: das Trophozoiten- und das Zystenstadium. Trophozoiten sind die aktiven, beweglichen Formen. Sie leben im Dünndarm, heften sich an die Darmwand, nehmen Nährstoffe auf und vermehren sich durch Zweiteilung. Gelangen sie in tiefere Darmabschnitte, wandeln sie sich in Zysten um – eine Art Dauerform mit dicker Schutzhülle. Diese Zysten sind extrem widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und werden mit dem Kot ausgeschieden. Genau das macht sie so ansteckend: Andere Katzen nehmen die Zysten auf und der Kreislauf beginnt von vorn.
Welche Katzen sind von Giardien besonders betroffen?
Grundsätzlich kann sich jede Katze mit Giardien anstecken – bestimmte Gruppen sind aber besonders gefährdet. Kitten unter sechs Monaten haben oft noch kein voll ausgereiftes Immunsystem und erkranken deutlich schwerer. Katzen in Mehrkatzenhaushalten, Tierheimen oder Zuchten sind einem erhöhten Infektionsdruck ausgesetzt. Auch immungeschwächte Tiere, etwa durch FIV oder FeLV, können Giardien schlechter abwehren. Und nicht zu unterschätzen: Stress – sei es durch einen Umzug, neue Mitbewohner auf vier Pfoten oder einen Besitzerwechsel – schwächt die Abwehrkräfte und begünstigt Infektionen.
Woran erkenne ich einen Giardien-Befall?
Das Hauptsymptom ist anhaltender, oft schleimiger Durchfall. Doch Vorsicht: Nicht alle infizierten Katzen zeigen Symptome – auch symptomfreie Träger sind ansteckend.
Das deutlichste Anzeichen für eine Giardien-Infektion ist anhaltender, oft schleimiger Durchfall. Allerdings zeigen nicht alle infizierten Katzen Symptome – manche sind sogenannte asymptomatische Träger und trotzdem ansteckend. Wie stark die Beschwerden ausfallen, hängt von Alter, Immunstatus und Parasitenbelastung ab. Wichtig zu wissen: Selbst wenn deine Katze keinerlei Beschwerden zeigt, kann sie andere Katzen im Haushalt infizieren. Gerade in Mehrkatzenhaushalten ist deshalb besondere Aufmerksamkeit geboten.
Was sind typische Merkmale von Giardien bei Katzen?
Der charakteristische Giardien-Durchfall ist oft wässrig bis breiig, hell- bis gelblich gefärbt und riecht unangenehm säuerlich. Häufig enthält der Kot Schleim oder wirkt fettig-glänzend. Typisch ist der schubweise Verlauf: Deine Katze kann mehrere Tage lang normalen Kot haben – und dann plötzlich wieder Durchfall. Genau dieses Wechselmuster macht Giardien so verdächtig. Während Kitten oft schwere Verläufe mit massivem, spritzigem Durchfall zeigen, haben erwachsene Katzen manchmal nur leicht breiigen Kot. Blut im Stuhl ist bei unkomplizierten Giardieninfektionen selten und deutet eher auf eine Koinfektion oder eine andere Ursache hin.
Weitere Anzeichen und Symptome von Giardien bei Katzen
Neben Durchfall können weitere Symptome auftreten. Ein deutliches Warnzeichen ist Gewichtsverlust trotz normalen oder sogar gesteigerten Appetits – die Parasiten entziehen deiner Katze schlicht die Nährstoffe. Auch das Fell kann stumpf und struppig werden. Manche Katzen zeigen Bauchschmerzen: Sie maunzen vermehrt, nehmen eine gekrümmte Körperhaltung ein oder wehren sich bei Berührung des Bauches. Erbrechen kommt gelegentlich vor, ist aber nicht das Leitsymptom. Bei schweren Verläufen – besonders bei Kitten – kann es zu Dehydration kommen. Erkennbar ist diese an eingefallenen Augen, trockenen Schleimhäuten und verminderter Hautelastizität.

Warum auch symptomfreie Katzen ansteckend sind
Viele Katzen beherbergen Giardien, ohne jemals Symptome zu entwickeln. Diese asymptomatischen Träger scheiden dennoch infektiöse Zysten aus und können andere Tiere anstecken. Genau das macht Giardien in Mehrkatzenhaushalten so heimtückisch: Du behandelst die Katze mit Durchfall, doch die symptomlose Mitbewohnerin gibt die Parasiten unbemerkt immer wieder zurück. Erwachsene Katzen mit robustem Immunsystem tolerieren Giardien oft ohne Beschwerden – Kitten oder gestresste Tiere hingegen erkranken. Deshalb gilt: Bei positivem Giardien-Nachweis müssen alle Katzen im Haushalt behandelt werden – auch die scheinbar gesunden.
Wann zum Tierarzt bei Giardien
Wie dringend der Tierarztbesuch ist, hängt vom Alter deiner Katze und der Schwere der Symptome ab. Bei Kitten mit massivem Durchfall ist sofortige Hilfe nötig – bei erwachsenen Katzen reicht oft ein Termin innerhalb von 24 bis 48 Stunden.
Ob und wie schnell du zum Tierarzt musst, hängt vom Schweregrad der Symptome und vom Alter deiner Katze ab. Giardien sind nur in den seltensten Fällen ein akuter Notfall – sie können aber gerade bei jungen oder geschwächten Tieren schnell gefährlich werden. Als Faustregel gilt: Je jünger die Katze und je stärker der Durchfall, desto dringlicher ist tierärztliche Hilfe.

⚠️ Besondere Alarmsignale bei Kitten
Massiver Durchfall kann – insbesondere bei sehr jungen Kitten – bereits innerhalb weniger Stunden zu einer lebensbedrohlichen Dehydration führen. Wenn dein Kitten Durchfall hat und zusätzlich apathisch wirkt, nichts trinkt oder eingefallene Augen hat: Zögere nicht – das ist ein Notfall!
Auch bei erwachsenen Katzen mit chronischen Erkrankungen wie Niereninsuffizienz oder Diabetes solltest du bei Durchfall zeitnah tierärztliche Hilfe suchen.
Giardiose bei Katzen: Wie stellt man Giardien sicher fest?
Die Diagnose erfolgt über Kotuntersuchungen. Eine einzelne Probe reicht allerdings oft nicht aus – Sammelproben über drei Tage erhöhen die Nachweisrate deutlich.
Die Diagnose von Giardien erfolgt über Kotuntersuchungen. Das klingt einfach, ist aber tückischer als gedacht: Giardien scheiden ihre Zysten nicht kontinuierlich aus, sondern nur in bestimmten Abständen. Eine einzelne negative Kotprobe schließt Giardien daher nicht sicher aus. Deshalb empfehlen Tierärzt:innen in der Regel Sammelkotproben über mehrere Tage. Die Nachweisrate variiert je nach Testverfahren und kann bei Einzelproben deutlich unter 90 % liegen. Moderne Schnelltests sind zwar praktisch, aber nicht unbedingt zuverlässiger als die mikroskopische Untersuchung.
Warum eine Kotprobe meistens nicht reicht?
Giardien haben einen sogenannten intermittierenden Ausscheidungsrhythmus – das heißt, sie werden nicht jeden Tag in gleicher Menge ausgeschieden. An manchen Tagen ist die Konzentration hoch, an anderen kaum nachweisbar. Eine Einzelprobe kann deshalb ein falsch negatives Ergebnis liefern. Die Nachweiswahrscheinlichkeit steigt deutlich, wenn du den Kot von drei aufeinanderfolgenden Tagen sammelst und gemeinsam untersuchen lässt. Durch diese Sammelkotprobe kann sich die Nachweisrate auf über 80 % erhöhen.
💡 Tipp
Bleibt der Verdacht trotz negativer Probe bestehen, ist eine Wiederholung der Untersuchung nach ein bis zwei Wochen sinnvoll.

Kotprobenabgabe beim Tierarzt
Für eine Sammelkotprobe sammelst du über drei Tage hinweg kleine Kotmengen – etwa haselnussgroß reicht aus – und bewahrst sie gekühlt auf. Am besten verwendest du einen verschließbaren Plastikbeutel oder ein spezielles Probenröhrchen vom Tierarzt. Wichtig: Die erste Probe sollte möglichst frisch sein. Insgesamt darf der Sammelzeitraum drei bis vier Tage betragen, sofern die Proben durchgehend gekühlt bleiben. Bei flüssigem Durchfall kannst du versuchen, etwas davon mit einem Löffel aufzunehmen. Lagere alles im Kühlschrank und bringe die Proben zeitnah in die Tierarztpraxis.

Die verschiedenen Testverfahren bei Giardien
Es gibt drei gängige Testverfahren:
Bei der mikroskopischen Untersuchung (direkt oder nach Flotation) werden Zysten oder Trophozoiten unter dem Mikroskop gesucht. Das Verfahren ist günstig, aber weniger sensitiv – Giardien können dabei übersehen werden.
Der ELISA-Schnelltest (Antigen-Test) weist spezifische Giardien-Proteine nach und ist deutlich empfindlicher. Er liefert innerhalb von Minuten ein Ergebnis.
Die PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ist das sensitivste Verfahren und kann selbst geringste Mengen Giardien-DNA nachweisen. Allerdings ist sie teurer und dauert länger.
💡 Praxis-Tipp
In der Praxis wird meist der ELISA-Test eingesetzt, da er ein gutes Verhältnis zwischen Kosten, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit bietet.
Wie werden Giardien bei Katzen behandelt?
Die Behandlung kombiniert antiparasitäre Medikamente mit konsequenter Hygiene. Ohne tägliche Reinigung der Umgebung ist selbst die beste Therapie zum Scheitern verurteilt.
Die Behandlung von Giardien basiert auf zwei Säulen: medikamentöser Therapie und konsequenter Hygiene. Ohne begleitende Hygienemaßnahmen ist selbst die beste Behandlung zum Scheitern verurteilt, da sich deine Katze sonst immer wieder selbst ansteckt. Die gängigsten Wirkstoffe sind Fenbendazol und Metronidazol, manchmal auch in Kombination. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel drei bis zehn Tage, je nach Präparat. Viele Tierärzt:innen empfehlen eine Wiederholungsbehandlung nach zwei bis drei Wochen, um auch nachgeschlüpfte Parasiten zu erfassen. Geduld ist hier besonders gefragt: Der erste Behandlungsversuch schlägt nicht immer an.
Alle gängigen Medikamente gegen Giardien bei Katzen
Fenbendazol (Handelsname z. B. Panacur) ist ein Wurmmittel, das auch gegen Giardien wirkt. Dosierung und Behandlungsdauer legt der Tierarzt fest. Metronidazol ist ein Antibiotikum mit antiparasitärer Wirkung. Es wird häufig eingesetzt, kann aber einen bitteren Geschmack haben und bei manchen Katzen Appetitlosigkeit auslösen. Fenbendazol wird daher oft bevorzugt, weil es besser verträglich ist. In hartnäckigen Fällen werden beide Wirkstoffe kombiniert.

❗ Wichtig
Die genaue Dosierung legt immer der Tierarzt fest. Typischerweise wird Fenbendazol über fünf Tage verabreicht. Zu früh abgesetzte Therapien können dazu führen, dass die Parasiten nicht vollständig eliminiert werden.
Wieso müssen meine anderen Katzen auch mitbehandelt werden?
Hat eine Katze im Haushalt Giardien, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch alle anderen infiziert – selbst wenn sie keinerlei Symptome zeigen. Behandelst du nur die erkrankte Katze, steckt sie sich über die symptomfreien Träger immer wieder neu an. Dieses „Ping-Pong” zwischen den Katzen führt zu endlosen Behandlungszyklen. Tierärzt:innen empfehlen daher dringend, alle Katzen gleichzeitig zu behandeln – auch die ohne Symptome. Nur so durchbrichst du den Kreislauf und hast eine realistische Chance auf dauerhaften Erfolg.

Welche Hausmittel kann ich gegen Giardien anwenden?
Hausmittel können eine tierärztliche Behandlung unterstützen, aber niemals ersetzen. Giardien sind hartnäckige Parasiten, die ohne antiparasitäre Medikamente nicht verschwinden. Probiotische Ergänzungen zur Stärkung der Darmflora können sinnvoll sein, da sie die Regeneration der Darmschleimhaut unterstützen. Auch eine kohlenhydratarme Ernährung wird diskutiert (mehr dazu im Abschnitt „Ernährung”).
⚠️ Vorsicht bei „natürlichen Wurmkuren”
Kokosöl, Kürbiskerne oder Kräuter haben keine nachgewiesene Wirkung gegen Giardien.
Wenn du Hausmittel ausprobieren möchtest, sprich vorher mit deinem Tierarzt – manche können die medikamentöse Therapie beeinflussen.
Ernährung bei Giardien
Die optimale Ernährung bei Giardien ist unter Fachleuten umstritten. Manche Tierärzt:innen empfehlen kohlenhydratarmes Futter, andere setzen auf leicht verdauliche Schonkost. Am wichtigsten ist, dass deine Katze überhaupt frisst.
Die richtige Ernährung während und nach einer Giardienbehandlung ist unter Fachleuten umstritten. Lange wurde kohlenhydratarmes Futter empfohlen, weil man annahm, dass sich Giardien vorwiegend von Kohlenhydraten ernähren. Neuere Erkenntnisse zeigen allerdings, dass die Datenlage hierzu dünn ist. Einige Tierärzt:innen empfehlen weiterhin kohlenhydratarme Diäten, andere setzen auf leicht verdauliche Schonkost. Fakt ist: Eine Futterumstellung allein kann Giardien nicht heilen – sie kann aber den Darm entlasten und die Symptome lindern. Wichtiger als die perfekte Diät ist, dass deine Katze überhaupt frisst und ausreichend Nährstoffe aufnimmt.
Von was ernähren sich Giardien im Darm?
Giardien sind Darmbewohner, die ihre Nährstoffe direkt aus dem Darminhalt aufnehmen. Da sie keinen eigenen Verdauungstrakt besitzen, absorbieren sie Zucker, Aminosäuren und andere Nährstoffbausteine über ihre Zelloberfläche. Lange wurde angenommen, dass Kohlenhydrate wie Zucker und Stärke ihre Hauptnahrungsquelle sind – daher die verbreitete Empfehlung, kohlenhydratarmes Futter zu geben. Tatsächlich können Giardien aber auch andere Nährstoffe verwerten. Die Theorie der „Kohlenhydrat-Aushungerung” ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, und es gibt keine gesicherten Hinweise darauf, dass sich Giardien durch reinen Kohlenhydratentzug eliminieren lassen.
Schonkost vs. Kohlenhydratloses Futtervon Giardiose bei Katzen
Schonkost wie gekochtes Hühnchen mit Reis ist leicht verdaulich, belastet den gereizten Darm weniger und eignet sich daher gut bei akutem Durchfall. Der Haken: Reis enthält Kohlenhydrate. Einige Tierärzt:innen empfehlen deshalb kohlenhydratarmes, rein fleischbasiertes Futter, um Giardien die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Die Evidenz dafür ist allerdings begrenzt.
In der Praxis hat sich ein pragmatischer Ansatz bewährt: In der akuten Phase bekommt deine Katze Schonkost, um den Darm zu beruhigen. Danach erfolgt die Umstellung auf hochwertiges, gut verdauliches Futter mit moderatem bis niedrigem Kohlenhydratanteil. Wichtig ist vor allem, dass deine Katze frisst – Mangelernährung schwächt das Immunsystem zusätzlich.

Wie kann ich Giardien in der Wohnung bekämpfen?
Giardien-Zysten sind äußerst widerstandsfähig. Nur durch tägliche Komplettreinigung der Katzenklos, heißes Waschen von Textilien und gezielte Desinfektion kontaminierter Flächen lassen sie sich dauerhaft beseitigen.
Die Hygienemaßnahmen sind mindestens genauso wichtig wie die medikamentöse Behandlung – viele Tierärzt:innen sagen sogar: wichtiger. Giardien-Zysten sind äußerst widerstandsfähig, können in der Umwelt mehrere Monate überleben und sind gegen viele herkömmliche Reinigungsmittel unempfindlich. Nur wenige Desinfektionsmittel wirken zuverlässig. Hinzu kommt, dass die Zysten förmlich an Oberflächen kleben und sich nur durch gründliches mechanisches Reinigen entfernen lassen. Das bedeutet konkret: Katzenklos müssen täglich komplett gesäubert, Textilien regelmäßig bei mindestens 65 °C gewaschen und kontaminierte Bereiche gezielt desinfiziert werden. Halbherzige Hygiene führt fast zwangsläufig zu Rückfällen.
Wie lange überleben Giardien-Zysten?
In feuchter und kühler Umgebung bleiben Giardien-Zysten mehrere Monate lang infektiös. Bei Raumtemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit überleben sie immer noch Wochen. Selbst Temperaturen unter 0 °C töten sie nicht sofort ab. Besonders problematisch: Feuchtigkeit verlängert die Überlebensdauer enorm. Trockenheit hingegen schadet den Zysten – bei völliger Austrocknung sterben sie innerhalb weniger Tage. Auch direkte Sonneneinstrahlung und Hitze über 60 °C sind wirksam.
💡 Nutze dieses Wissen bei der Reinigung
Alles, was heiß gewaschen werden kann, sollte heiß gewaschen werden.
Und alles, was trocknen kann, sollte komplett durchtrocknen.
Wie oft muss ich die Katzentoilette bei Giardien reinigen?
Während der Behandlung: täglich komplett. Das heißt: Streu vollständig entsorgen, Wanne heiß auswaschen – idealerweise mit kochendem Wasser übergießen oder mit dem Dampfreiniger behandeln –, trocknen lassen und neu befüllen. Ja, das ist aufwendig. Aber es ist der einzige Weg, die Reinfektionsquelle Nummer eins zu eliminieren. Nach erfolgreicher Behandlung kannst du zu deiner normalen Reinigungsroutine zurückkehren. Behalte die erhöhte Hygiene aber bei, bis mehrere Kontrollproben negativ ausgefallen sind.

💡 Praktischer Tipp
Wenn du mehrere Klos im Wechsel nutzt, kannst du eines reinigen, während das andere trocknet.
Was muss ich alles reinigen bei einer Giardiose?
Gereinigt werden muss alles, was mit Kot in Berührung gekommen sein könnte: Katzenklos (täglich komplett), Futter- und Wassernäpfe (täglich heiß reinigen), Liegeplätze, Decken und Kissen (bei mindestens 65 °C waschen), Kratzbäume und Spielzeug (abwaschen oder desinfizieren), Fußböden rund um die Katzentoilette und alle Bereiche, in denen sich deine Katze aufhält (feucht wischen oder Dampfreiniger) sowie Transportboxen. Achte besonders auf Stellen, die deine Katze mit dem Hinterteil berührt – dort können Zysten haften. Bei langhaarigen Katzen gilt: Fellpflege verstärken, den Po-Bereich sauber halten und bei Bedarf kürzen, um Kotreste zu vermeiden.
✅Hygiene-Checkliste bei Giardien (täglich während Behandlung)
- Katzenklos: Streu komplett entsorgen, Wanne mit heißem Wasser (mindestens 65 °C) oder Dampfreiniger säubern, vollständig trocknen lassen und neu befüllen.
- Näpfe: Futter- und Wassernäpfe entweder in der Spülmaschine (bei mindestens 65 °C) oder von Hand mit heißem Wasser reinigen.
- Liegeplätze: Waschbare Decken und Kissen bei mindestens 65 °C waschen. Nicht waschbare Liegeflächen absaugen und mit einem Dampfreiniger behandeln.
- Böden: Alle Böden, besonders rund ums Katzenklo, täglich feucht wischen. Ideal ist die Verwendung eines Dampfreinigers.
- Katze: Bei langhaarigen Katzen den Po-Bereich kontrollieren und bei Bedarf mit einem feuchten Tuch säubern. Falls nötig: Fell kürzen.
- Spielzeug & Kratzbäume: Waschbares kommt in die Maschine, alles andere wird mit einem desinfizierbaren Mittel oder einem Dampfreiniger abgewischt.

⚠️ Desinfektionsmittel
Verwende nur katzensichere Desinfektionsmittel und beachte die Einwirkzeit.
Spüle anschließend gründlich nach. Wichtig: Nicht alle Desinfektionsmittel wirken gegen Giardien- Zysten – frage deinen Tierarzt nach geeigneten Produkten.
Darmaufbau bei Katzen nach Giardien
Nach der Behandlung ist der Darm häufig noch geschwächt. Probiotika und eine schonende Ernährung helfen, die Darmflora wieder aufzubauen und das Immunsystem zu stärken.
Nach einer erfolgreichen Giardienbehandlung ist der Darm deiner Katze häufig noch angeschlagen. Die Parasiten haben die Darmschleimhaut geschädigt, und durch die verabreichten Medikamente kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten sein. Ein gezielter Darmaufbau beschleunigt die Regeneration, stärkt das Immunsystem und senkt das Risiko für Rückfälle. Er ist zwar keine Pflicht, kann nach langwierigen Behandlungen oder bei wiederkehrenden Problemen aber sehr sinnvoll sein. Sprich mit deinem Tierarzt über individuelle Empfehlungen.

Wieso muss ich den Darm meiner Katze nach einem Giardienbefall aufbauen?
Giardien schädigen die Darmschleimhaut, indem sie sich dort festsetzen und Entzündungsreaktionen auslösen. Die Folge: Die Darmbarriere wird durchlässiger, Nährstoffe werden schlechter aufgenommen und die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht. Auch die Medikamente selbst – insbesondere Metronidazol – können die natürliche Bakterienbesiedlung beeinträchtigen. Was viele nicht wissen: Ein großer Teil der Immunzellen sitzt im Darm. Ein gezielter Aufbau der Darmflora unterstützt daher nicht nur die Regeneration, sondern stärkt auch die Abwehrkräfte und kann helfen, neuen Infektionen vorzubeugen.
Wie kann ich den Darm meiner Katze nach einer Giardiose aufbauen?
Probiotika sind das Mittel der Wahl. Diese lebenden Bakterienkulturen – etwa Lactobacillus und Bifidobacterium – helfen, die Darmflora wieder aufzubauen. Es gibt spezielle Präparate für Katzen, erhältlich als Pulver oder Paste.
❗ Wichtig
Probiotika sollten zeitversetzt zu Antibiotika verabreicht werden, da die nützlichen Bakterien sonst sofort wieder abgetötet werden.
Verstärken lässt sich die Wirkung durch Präbiotika – das sind unverdauliche Faserstoffe, die die guten Darmbakterien „füttern”. Auch eine schonende, hochwertige Ernährung unterstützt die Regeneration. Manche Tierärzt:innen empfehlen zusätzlich Darmsanierungskuren. Lass dich hierzu individuell beraten.
Rezidive vermeiden: Langfristige Prävention
Bis zu 50 % der behandelten Katzen werden innerhalb weniger Monate erneut positiv getestet. Durch langfristige Hygienemaßnahmen und regelmäßige Kontrollproben lässt sich dieses Risiko jedoch deutlich senken.
Rückfälle – also das Wiederauftreten von Giardien nach vermeintlich erfolgreicher Behandlung – sind frustrierend häufig und betreffen einen erheblichen Anteil der behandelten Katzen. Die Gründe sind vielfältig: unvollständige Hygiene, Neuansteckung aus der Umwelt, asymptomatische Träger im Haushalt oder echte Therapieversager. Die gute Nachricht: Mit konsequenten Präventionsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Langfristige Hygiene-Routinen, regelmäßige Kontrollproben und ein wachsames Auge für Risikofaktoren sind der Schlüssel.

Rückfall oder Neuinfektion – wie erkenne ich den Unterschied?
Achte auf die typischen Warnsignale: schleimiger Durchfall, Gewichtsverlust und wechselhafter Kotabsatz. Bei Verdacht solltest du sofort eine Kotprobe untersuchen lassen. Auch ohne Symptome ist es sinnvoll, vier bis sechs Wochen nach Behandlungsende eine Kontrollprobe abzugeben. In Mehrkatzenhaushalten können asymptomatische Träger die Ursache sein – lass deshalb alle Katzen testen.
Giardien bei mehreren Katzen
In Mehrkatzenhaushalten verbreiten sich Giardien besonders schnell. Alle Katzen müssen deshalb gleichzeitig behandelt werden, da sich die Tiere sonst immer wieder gegenseitig anstecken.
Mehrkatzenhaushalte sind besonders anfällig für Giardien – und nur schwer zu sanieren. Der Grund: Giardien verbreiten sich durch Schmierinfektion. Deine Katzen nutzen gemeinsame Katzenklos, putzen sich gegenseitig und teilen Liegeplätze. Ist eine infiziert, sind es meist alle. Asymptomatische Träger geben die Parasiten unbemerkt weiter. Ohne koordiniertes Vorgehen entsteht ein klassischer Ping-Pong-Effekt: Du behandelst Katze A, die sich bei Katze B neu ansteckt. Katze B zeigt Symptome, wird behandelt – und steckt sich bei Katze C an. Nur ein koordiniertes Vorgehen, bei dem alle Katzen gleichzeitig behandelt werden, durchbricht diesen Kreislauf.

Alle Katzen behandeln?
Ja, unbedingt. Auch wenn nur eine Katze Symptome zeigt, müssen alle gleichzeitig behandelt werden – mit dem gleichen Medikament über die gleiche Dauer. Nur so lässt sich der Infektionskreislauf durchbrechen. Einige Tierärzt:innen empfehlen sogar, alle Katzen vorsorglich zu behandeln, sobald bei einer Giardien nachgewiesen wurden – ohne erst auf die Testergebnisse der anderen zu warten. Das mag radikal klingen, spart aber Zeit, Geld und Nerven. Denn Kotproben sind nicht zu 100 % sicher, und asymptomatische Träger bleiben sonst unentdeckt.
Trennung notwendig?
Meist nicht. Wenn alle Katzen gleichzeitig behandelt werden und die Hygiene stimmt, ist eine räumliche Trennung nicht notwendig. Es gibt aber Ausnahmen: Wenn eine Katze stark geschwächt ist und Ruhe braucht, kann eine temporäre Trennung sinnvoll sein. Das Gleiche gilt, wenn die Hygiene mit gemeinsamen Ressourcen nicht umsetzbar ist – etwa bei zu vielen Katzen und zu wenigen Klos. Grundsätzlich gilt: Eine Trennung ersetzt keine gute Hygiene. Selbst getrennte Katzen können sich über kontaminierte Schuhe, Hände oder Gegenstände anstecken.
Gemeinsame vs. getrennte Ressourcen (Klo, Napf)
Katzenklos: Die Faustregel lautet: Anzahl der Katzen plus eins. Bei drei Katzen brauchst du also mindestens vier Klos. Während einer Giardienbehandlung dürfen es ruhig mehr sein, um die Hygiene zu erleichtern. Alle Katzenklos müssen täglich komplett gereinigt werden.
Näpfe: Jede Katze sollte einen eigenen Futter- und Wassernapf haben. Das verhindert direkten Speichelkontakt und erleichtert die Futterkontrolle. Alle Näpfe täglich heiß reinigen.
Liegeplätze: Gemeinsame Nutzung ist in Ordnung, solange du die Textilien regelmäßig bei mindestens 65 °C wäschst.
Spielzeug: Wenn möglich separat halten oder täglich reinigen.
ℹ: Was kostet eine Giardien-Behandlung? (Richtwerte)
Kotprobe (Einzelprobe/ELISA): ca. 15 – 40 €
Sammelkotprobe mit PCR: ca. 40 – 80 €
Medikamente (Fenbendazol/Metronidazol): ca. 10 – 30 € pro Behandlungszyklus
Kontrollproben (nach Behandlung): ca. 15 – 40 € pro Probe
Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Tierarztpraxis und Region. Bei mehreren Katzen oder Wiederholungsbehandlungen können die Gesamtkosten deutlich höher ausfallen. Frage deinen Tierarzt vorab nach einer Kostenschätzung.
Fazit: Giardien bei Katzen
Giardien sind hartnäckig, aber besiegbar. Der Schlüssel liegt in der Kombination aus medikamentöser Therapie, konsequenter Hygiene – und einer guten Portion Geduld.
Giardien bei Katzen sind hartnäckig, aber kein unüberwindbares Problem. Mit der richtigen Kombination aus medikamentöser Behandlung und konsequenter Hygiene verschwinden die Parasiten dauerhaft. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in Geduld und Konsequenz: Katzenklos täglich reinigen, Textilien regelmäßig heiß waschen, alle Katzen im Haushalt gleichzeitig behandeln und nach der Therapie Kontrollproben durchführen lassen. Rückfälle sind zwar häufig, aber meist ein Zeichen mangelhafter Hygiene oder asymptomatischer Träger – und kein persönliches Versagen. Bleib dran, auch wenn es mühsam ist. Die Mühe lohnt sich. Und denk daran: Bei Unsicherheit oder ausbleibendem Behandlungserfolg steht dir dein Tierarzt mit Rat und Tat zur Seite.

Disclaimer
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt nicht den Besuch beim Tierarzt. Wenn deine Katze Symptome zeigt, ist es wichtig, dass du eine tierärztliche Praxis aufsuchst. Nur dort kann eine fundierte Diagnose gestellt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden. Medikamente und deren Dosierung dürfen nur nach Anweisung des Tierarztes verabreicht werden. Die hier beschriebenen Hygienemaßnahmen ergänzen die tierärztliche Behandlung, ersetzen sie jedoch nicht. Verwende ausschließlich Desinfektionsmittel, die für Katzen unbedenklich sind – manche Wirkstoffe sind für Katzen toxisch. Frage deinen Tierarzt nach geeigneten Produkten.
Über uns
Dieser Artikel wurde von der Fachredaktion von Cat’s Best verfasst. Unser Team arbeitet kontinuierlich daran, dir fundierte, aktuelle und praktisch umsetzbare Informationen zur Gesundheit deiner Katze zur Verfügung zu stellen. Alle Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Quellen und werden sorgfältig recherchiert. Wir legen Wert auf Verantwortung, Transparenz und das Wohl deiner Katze.
Quellenverzeichnis
- ESCCAP Deutschland e. V. (2022):
Giardien bei der Katze – Symptome, Diagnostik, Behandlung, Hygiene.
URL:
[Zugriff am 09.02.2026]
- ESCCAP Deutschland e. V. / Bundestierärztekammer (2017, aktualisiert 2020):
ESCCAP-Empfehlung Nr. 6: Bekämpfung von intestinalen Protozoen bei Hunden und Katzen – Deutsche Adaption.
[Zugriff am 09.02.2026]
- ESCCAP Deutschland e. V. (2022):
Factsheets zum Thema Giardien – Giardia-Infektion (für TierärztInnen und TierhalterInnen).
[Zugriff am 09.02.2026]
- Bundestierärztekammer (BTK) (2014):
Tückische Darmparasiten: Tipps der Bundestierärztekammer zur Giardien-Infektion bei Hund und Katze.
[Zugriff am 09.02.2026]
Häufig gestellte Fragen zu Giardien bei Katzen
Ja, theoretisch ist eine Übertragung möglich – das Risiko ist aber gering. Katzen tragen in der Regel andere Giardia-Subtypen (Assemblage F) als Menschen (Assemblage A und B). Kreuzinfektionen sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Gründliches Händewaschen nach dem Kontakt mit Kot oder der Katzentoilette bietet guten Schutz. Immungeschwächte Personen sollten besonders vorsichtig sein.
Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel fünf bis zehn Tage, je nach Medikament. Bis die Symptome vollständig verschwunden sind, können zwei bis drei Wochen vergehen. Nach einer erfolgreichen Behandlung sollte eine Kontrollprobe frühestens nach zwei bis drei Wochen, idealerweise nach vier bis sechs Wochen, erfolgen. Manche Katzen benötigen mehrere Behandlungszyklen. Durch konsequente Hygiene sind die meisten Katzen nach vier bis acht Wochen parasitenfrei.
Freigänger können andere Katzen in der Nachbarschaft anstecken. Während der akuten Behandlungsphase ist es daher sinnvoll, die Katze drinnen zu behalten – auch zu ihrem eigenen Schutz. Nach erfolgreicher Behandlung und negativer Kontrollprobe darf sie wieder normal raus.
Giardien können auf verschiedenen Wegen ins Haus gelangen: über deine Schuhe oder Kleidung, durch neue Katzen oder Pflegetiere, über kontaminiertes Futter oder Wasser (sehr selten) – oder deine Katze war bereits vor dem Einzug infiziert. Auch Wohnungskatzen sind nicht immun, sie sind aber deutlich weniger Infektionsquellen ausgesetzt als Freigänger.
Andere Katzen im Haushalt: Ja, unbedingt – alle müssen gleichzeitig behandelt werden. Hunde: Das hängt vom Giardien-Typ ab. Einige Giardia-Stämme können zwischen Katzen und Hunden übertragen werden. Andere Haustiere (Kaninchen, Meerschweinchen etc.): Meist nicht nötig, da Giardien wirtsspezifisch sind. Bei Unsicherheit frage deinen Tierarzt.
Teilweise ja. Es gibt verschiedene Giardia-Assemblages (genetische Typen). Katzen tragen meist Assemblage F, Hunde dagegen meist C und D. Assemblage A und B können hingegen sowohl Katzen als auch Hunde befallen. Eine Übertragung zwischen den Tierarten ist also möglich, aber nicht die Regel. Wenn du Katzen und Hunde hast, solltest du beide testen lassen.
In der akuten Phase eignet sich leicht verdauliche Schonkost, zum Beispiel gekochtes Hühnchen ohne Haut und Knochen. Einige Tierärzt:innen empfehlen kohlenhydratarmes Futter, um Giardien die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Die wissenschaftliche Evidenz hierfür ist zwar dünn, einen Versuch ist es aber wert. Wichtig ist hochwertiges, gut verdauliches Futter mit ausreichend Proteinen. Vermeide während der Behandlung Futterumstellungen, da dies den Darm zusätzlich stresst.
Während der Behandlung muss die Streu täglich komplett ausgetauscht werden: vollständig entsorgen, Wanne mit heißem Wasser (mindestens 65 °C) ausspülen oder mit dem Dampfreiniger behandeln, trocknen lassen und neu befüllen. Nach erfolgreicher Behandlung kannst du zur normalen Routine zurückkehren. Solange die Kontrollproben aber noch positiv sind, solltest du die erhöhte Hygiene beibehalten.
Die Symptome verschwinden: Der Durchfall hört auf, der Kot wird wieder fest und das Gewicht stabilisiert sich. Aber: Symptomfreiheit bedeutet nicht automatisch, dass die Giardien verschwunden sind. Manche Katzen bleiben asymptomatische Träger. Sichere Gewissheit gibt nur eine Kotprobe. Lass frühestens zwei bis drei Wochen nach Behandlungsende eine Kontrollprobe untersuchen, idealerweise nach vier bis sechs Wochen. Wenn mehrere Proben im Abstand von zwei bis drei Wochen negativ ausfallen, kannst du von Heilung ausgehen.
Das Leitsymptom ist chronischer, oft schleimiger Durchfall, der häufig gelblich gefärbt und übelriechend ist. Typisch ist der schubweise Verlauf: Tage mit normalem Kot wechseln sich mit Durchfall-Phasen ab. Weitere Anzeichen sind Gewichtsverlust trotz Appetit, stumpfes Fell, Bauchschmerzen und gelegentlich Erbrechen. Wichtig: Nicht alle infizierten Katzen zeigen Symptome. Bei Verdacht sollte eine Kotprobe beim Tierarzt untersucht werden.
Alles, was mit Kot in Kontakt gekommen sein könnte: Katzenklos, Näpfe, Liegeplätze, Decken, Kissen, Fußböden, Kratzbäume, Spielzeug und Transportboxen. Verwende katzensichere Desinfektionsmittel und spüle gründlich nach. Mechanisches Reinigen ist mindestens genauso entscheidend wie Desinfektionsmittel – die Zysten müssen physisch entfernt werden.
Nein, derzeit existiert keine Impfung gegen Giardien für Katzen. Es gab zwar Versuche, einen Impfstoff zu entwickeln, aber keiner hat sich durchgesetzt. Der beste Schutz ist Prävention durch Hygiene: saubere Katzenklos und Näpfe sowie kein Kontakt zu infizierten Tieren. In Mehrkatzenhaushalten oder bei Neuzugängen: Lass Kotproben untersuchen, bevor neue Katzen Kontakt zu den anderen haben.